APBK-CTRL-V2 · Firmware 2.0.45

Antipassback-Controller für kontrollierte Zutrittslogik

Der APBK-CTRL-V2 ergänzt Zutrittssysteme um eine eigenständige Antipassback-Logik. Der Controller wertet zwei Wiegand-Leser aus, steuert getrennte Relais für Eingang und Ausgang und führt eine lokale Blockierliste für Transponder, die bereits eingetreten sind.

  • Wiegand 26-bit
  • LAN, WLAN und PoE
  • Weboberfläche mit Live-Ansicht
Controller V2 Stand 2026-05

Für Schleusen, sensible Bereiche und kontrollierte Wege

Der Controller verhindert die unkontrollierte Mehrfachnutzung von Transpondern und kann auch dort eingesetzt werden, wo das eigentliche Zutrittssystem keine eigene Antipassback-Funktion bereitstellt.

0,1-0,2 s typische Reaktionszeit
2 Leser Eingang und Ausgang per Wiegand
2 Relais Wechsler bis 10 A
175 x 92 x 40 mm kompaktes Controllergehäuse
Prinzip

So arbeiten Antipassback und 4-Augen-Prinzip im realen Betrieb

In vielen Projekten geht es nicht nur darum, eine Tür zu öffnen, sondern die Bewegungslogik eines Bereichs nachvollziehbar und regelkonform abzubilden. Genau dort setzt der APBK-CTRL-V2 an: lokal, schnell und mit klaren Zuständen für Eintritt, Austritt und Sonderfreigaben.

Antipassback

Kein zweiter Eintritt ohne korrekten Austritt

Ein berechtigter Transponder wird nach einem gültigen Eintritt als im Bereich geführt. Solange dieser Zustand aktiv ist, wird derselbe Transponder am Eingang blockiert. Erst wenn der Austritt regelgerecht erfolgt oder die konfigurierte Sperrzeit endet, ist der nächste Eintritt wieder zulässig.

  • verhindert Weitergabe von Ausweisen direkt nach dem Eintritt
  • reduziert Mehrfachnutzung eines einzelnen Mediums
  • eignet sich für Personalzugänge, Schleusen und sensible Innenbereiche
Beispiel

Typischer Ablauf an Eingang und Ausgang

Person A hält ihren Transponder am Eingang vor und der Zutritt wird freigegeben. Ein unmittelbarer zweiter Eintritt mit demselben Medium ist nun gesperrt. Am Ausgang meldet derselbe Transponder den Bereich wieder ab; danach ist der nächste Eintritt regulär möglich.

  • Eintritt: Transponder wird in der lokalen Liste markiert
  • zweiter Eintritt: Controller verweigert die Freigabe
  • Austritt: Sperre wird aufgehoben
4-Augen-Prinzip

Zutritt nur mit zwei berechtigten Personen

Beim 4-Augen-Prinzip wird eine Tür nicht bereits nach der ersten Berechtigung geöffnet. Stattdessen muss innerhalb eines definierten Zeitfensters eine zweite, ebenfalls gültige Identifikation folgen. Erst dann wird die Schaltfreigabe erteilt. Das ist sinnvoll für Technikräume, sensible Lagerzonen oder dokumentationspflichtige Betriebsbereiche.

  • zwei unterschiedliche berechtigte Personen erforderlich
  • verringert Einzelzugriffe auf kritische Bereiche
  • unterstützt organisatorische Sicherheitsvorgaben
Projektpraxis

Wann welche Logik sinnvoll ist

Antipassback ist ideal, wenn verhindert werden soll, dass eine Berechtigung mehrfach hintereinander verwendet wird. Das 4-Augen-Prinzip ist dann passend, wenn ein Zutritt bewusst nur gemeinsam oder unter gegenseitiger Kontrolle erfolgen darf. Beide Ansätze lassen sich je nach Projekt separat oder in übergeordnete Serverlogiken integrieren.

Funktion

Klare Zutrittslogik mit praxisnahen Betriebsoptionen

Die Blockierung erfolgt lokal im Controller. Master-Transponder bleiben immer nutzbar, während normale Transponder nach einem Eintritt für die definierte Sperrzeit blockiert werden können. Wird ein blockierter Transponder am Ausgang verwendet, hebt der Controller die Sperre wieder auf, sodass er am Eingang erneut berechtigt ist.

01
Antipassback

Lokale Blockierliste

Transponder werden nach Eintritt lokal gesperrt und nach Ablauf der eingestellten Lock-Time wieder freigegeben.

02
Sicherheit

Master-Transponder

Master-Transponder werden im Flash-Speicher abgelegt, nicht blockiert und funktionieren auch nach einem Neustart.

03
Anwesenheit

Anwesenheitsliste / PresenceDashboard

Neu integriert: Die Anwesenheitsliste zeigt direkt im Controller, welche Transponder aktuell im Bereich anwesend sind, und welche nicht.

04
Türlogik

Optionale Türkontakte

Bei Bedarf wird ein Zutritt erst dann gewertet, wenn der Türkontakt betätigt wird.

05
Relaisbetrieb

Split Entry/Exit

Eingang und Ausgang können getrennt über CH1 und CH2 geschaltet werden. Alternativ arbeitet der Controller mit einem gemeinsamen Relais.

06
Diagnose

LIVE-Seite und Log

Die Live-Ansicht zeigt Ereignisse laufend aktualisiert und unterstützt Inbetriebnahme, Fehlersuche und Funktionsprüfung.

07
Integration

MQTT vorbereitet

Bei Bedarf kann der Controller Status- und Ereignisdaten an MQTT-Systeme wie den SMG Antipassback-Server anbinden. Die Zutrittsentscheidung wird dann zentral vom Server getroffen, sodass mehrere Ein- und Ausgänge einem gemeinsamen Bereich zugeordnet werden können. Der Server kann dabei auch mehrere Bereiche abdecken.

08
Nachrüstung

Erweiterung bestehender Zutrittssysteme

Ideal zur Erweiterung von Transponderlesern oder Zutrittskontrollsystemen, die Antipassback und Anwesenheitslisten nicht von Haus aus mitbringen, zum Beispiel SimonsVoss LSM oder AXManager.

09
Unabhängig

Software-unabhängige Zutrittslogik

Der Controller arbeitet unabhängig von der Verwaltungssoftware, da er ausschließlich die Transponder-ID am Leser abgreift und verarbeitet.

Technische Daten

Robuste Anschlusstechnik für zwei Leser und zwei Türwege

Der APBK-CTRL-V2 wird per Gleichspannung und/oder PoE versorgt. Die Kommunikation erfolgt über Fast-Ethernet oder 2,4-GHz-WLAN. Die Relaisausgänge sind potentialfreie Wechslerkontakte.

Eingangsspannung 7-36 V DC und/oder PoE
Eingänge 2 Leser mit Wiegand0/Wiegand1 sowie 2 potentialfreie Türkontakte DI1 und DI2 gegen DGND
Ausgänge 2 Schaltrelais als Wechsler, maximal 10 A, maximal 230 V AC oder 30 V DC
Kommunikation LAN Fast-Ethernet 100 MBit, WLAN 2,4 GHz und optional MQTT
Maße 175 mm Breite, 92 mm Tiefe, 40 mm Höhe. Montage an Hutschiene oder Aufputz.
Anschluss

Wichtige Klemmen und Schnittstellen auf einen Blick

Eingang und Ausgang werden getrennt auf Wiegand D0/D1 geführt. Die gemeinsame Masse der Leser und Türkontakte muss sauber verbunden werden.

Leser und Türkontakte

  • DI3/DI4: Leser Eingang, Wiegand D0 und D1
  • DI5/DI6: Leser Ausgang, Wiegand D0 und D1
  • DI1/DI2: optionale Türkontakte für Eingang und Ausgang
  • DGND: gemeinsame Masse für Leser und Türkontakte

Relais und Versorgung

  • CH1 NO/NC/COM: Schaltausgang für Eingang und bei gemeinsamer Betriebsart auch Ausgang
  • CH2 NO/NC/COM: Schaltausgang für Ausgang bei Split Entry/Exit
  • + und -: Betriebsspannung 7-36 V DC
  • ETH und ANT: Ethernet-Anschluss und beiliegende WLAN-Antenne
Inbetriebnahme

Konfiguration per Weboberfläche über WLAN oder LAN

Nach dem Einschalten stellt der Controller Status- und Konfigurationsseiten bereit. Für die Änderung der Konfiguration ist eine Anmeldung erforderlich.

Sicherheits-Hinweise

Saubere Planung ist bei Antipassback entscheidend

  • Die Blockierliste liegt im Arbeitsspeicher. Nach einem Neustart sind Eingangstransponder wieder erlaubt.
  • SMG empfiehlt eine unterbrechungsfreie Stromversorgung oder zusätzlich PoE.
  • Wenn die Verwendung von Türkontakten aktiviert wird, müssen sie angeschlossen sein und korrekt funktionieren.
  • Die Optionen „Exit opens always“ und „Split entry/exit“ müssen passend zur Relaisverdrahtung gewählt werden.
  • Die Standard-Passwörter für user und admin sollten bei der Inbetriebnahme geändert werden.
Downloads

Handbuch und Support für APBK-CTRL-V2

Das aktuelle Handbuch beschreibt Anschluss, SimonsVoss-Konfiguration, Inbetriebnahme, Weboberfläche, Betriebsparameter, Master-Transponder, Blockierliste, Log und LIVE-Ansicht.

Firmware-Updates werden über die OTA-Seite des Controllers eingespielt. Für das Update bitte Firefox oder Chrome verwenden.

FAQ

Häufige Fragen zum Antipassback Controller

Was ist ein Antipassback Controller?

Er verhindert, dass ein Transponder mehrfach für den Eintritt genutzt wird, ohne dass zuvor ein regelgerechter Austritt erfolgt ist.

Welche Leser sind kompatibel?

APBK-CTRL-V2 arbeitet mit Wiegand 26-bit Lesern, unter anderem mit SimonsVoss SmartRelais 3 Advanced und SmartRelais 1 Advanced G1.

Was passiert nach einem Neustart?

Die lokale Blockierliste liegt im Arbeitsspeicher. Nach einem Neustart sind Eingangstransponder wieder erlaubt.

Kann ein Server mehrere Eingänge verwalten?

Ja. Mit MQTT und dem SMG Antipassback Server können mehrere Ein- und Ausgänge einem gemeinsamen Bereich zugeordnet werden.

Wie funktioniert Antipassback konkret?

Nach einem Eintritt blockiert der Controller denselben Transponder für den nächsten Eintritt, bis ein korrekter Austritt erfolgt oder die Sperrzeit endet.

Wofür eignet sich das 4-Augen-Prinzip?

Es eignet sich für Bereiche, in denen ein Zutritt nur durch zwei berechtigte Personen gemeinsam freigegeben werden soll, etwa in Technik- oder Sicherheitszonen.

Kompatibilität

Hinweis für Umsteiger von APBK V1

Die Controller-Generation V2 erfordert Wiegand 26-bit. Beim Wechsel von Antipassback V1 muss die Programmierung der SmartRelais oder Kartenleser entsprechend geprüft und angepasst werden.

SmartRelais 3 SREL3.CTR.ADV.G2(.ZK) mit SREL3.EXT(2).G2.W oder vergleichbarer Erweiterung
SmartRelais 1 SREL.ADV, nur G1
Andere Leser Kartenleser mit Wiegand 26-bit-Schnittstelle
Nicht unterstützt SmartRelais 2 MH wird derzeit nicht unterstützt